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ZIS-Jahresbericht

ZIS Jahresbericht 2016/2017
ZIS-Jahresbericht
Hier finden Sie den aktuellen Jahresbericht für die Saison 2017/2018 sowie die älteren Jahresberichte ab der Saison 1999/2000.

2017/2018

Keine Entwarnung in Sachen Fußball und Gewalt: Die Anzahl der verletzten Personen im Zusammenhang mit Gewalt bei Fußballspielen lag in der vergangenen Saison mit 1.213 ähnlich hoch wie im Vorjahr (1.226). Auch die Arbeitsbelastung der Polizei durch Fußballeinsätze ist weiterhin hoch: Zwar ging die eingesetzte Arbeitszeit leicht zurück (minus sechs Prozent), aber immer noch leisteten Polizistinnen und Polizisten mehr als 2,1 Millionen Stunden bei Fußballeinsätzen. Rechnerisch sind das mehr als 1.600 Kolleginnen und Kollegen, die das ganze Jahr ausschließlich bei Fußballspielen im Einsatz sind.

 

Sorgen bereiten vor allen Dingen die gewaltbereiten Teile der Ultra-Gruppierungen. Die Gruppen sind in sich gut strukturiert und planen gemeinsam auch gewalttätige Aktionen oder das konzertierte Abbrennen von Pyrotechnik. Das zeigt sich im geschlossenen Vorgehen großer Gruppen beim Erstürmen von Eingangsbereichen oder beim Durchbrechen von Ordner- oder Polizeisperren. Riesige Banner werden in den Kurven genutzt, um darunter das Abbrennen illegaler Pyrotechnik vorzubereiten. Die Kleidung wird verdeckt gewechselt, um die Identifizierung von Tatverdächtigen zu erschweren. Immer wieder zeigt sich das geschlossene Auftreten auch in der sofortigen Solidarisierung gegen Einsatzkräfte, wenn polizeiliche Maßnahmen gegen Einzelne getroffen werden.

 

Die Anzahl erfasster Straftaten sank in der vergangenen Saison von 8.023 auf 6.921 (minus 13 Prozent). Die Entwicklung ist zu einem großen Teil den Ligakonstellationen zuzurechnen und belegt keinen Rückgang von strafrechtlich relevantem Verhalten. So hatte die nach langen Jahren einmalige Zugehörigkeit der Vereine Hannover 96 und VfB Stuttgart in der 2. Bundesliga (Saison 2016/17) dort zu einer Sonderentwicklung geführt, die nach dem Aufstieg beider Vereine in die Bundesliga (Saison 2017/18) wieder entfiel. Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen ist zwischen 20 und 30 Jahren alt. Damit ist Gewalt im Fußball kein Jugendphänomen.

 

Nach Berichten der Polizeibehörden verhängten die Fußballvereine in der vergangenen Saison 1.121 Stadionverbote (plus 21 Prozent, Vorjahr 922). Trotz einer Steigerung belegt die Zahl den verantwortungsvollen Umgang mit diesem Instrumentarium. Insgesamt leitete die Polizei 7.000 Strafverfahren ein und nahm mehr als 10.000 Personen fest oder in Gewahrsam. Die Zahl der freiheitsentziehenden/-beschränkenden Maßnahmen stieg in der Saison 2017/18 um mehr als neun Prozent. Der größte Anteil der Steigerung entfiel dabei auf polizeiliche Maßnahmen, die aus gefahrenabwehrenden Gründen getroffen wurden.

 

ZIS Jahresbericht 2017/2018

ZIS NRW-Jahresbericht 2017/2018

Presseerklärung zum Jahresbericht 2017/2018