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ZIS Jahresbericht 2016/2017
ZIS-Jahresbericht
Hier finden Sie den jeweils aktuellen Jahresbericht sowie die Jahresberichte der vergangen Saisons.

Fußball-Saison 2022/23: Hohe Einsatzbelastung der Polizei nach Corona

ZIS-Jahresbericht zur ersten Spielzeit ohne Corona-Beschränkungen

In der Saison 2022/23 unterlag der Profifußball erstmals nach der Coronapandemie und ihren Auswirkungen während der gesamten Spielzeit keinen Beschränkungen mehr. Mehr als 26 Millionen Fans besuchten in diesem Zeitraum die Stadien. Für den aktuellen ZIS-Jahresbericht wertete die beim Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste des Landes Nordrhein-Westfalen (LZPD NRW) ansässige Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) 1.157 Spiele in den ersten drei Spielklassen sowie weitere 1.647 Spiele in den fünf Regionalligen aus. Um die Kennzahlen ins Verhältnis setzen zu können, wurden die Daten der Saison 2022/23 mit der zuletzt ebenfalls ohne Beschränkungen durchgeführten Saison (2018/19) verglichen.

Wieder mehr Zuschauer in den Stadien

In der ersten Saison nach Corona nahmen die Fans das Angebot zahlreich an und strömten wieder zurück in die Stadien. Die Zahl der Zuschauer stieg im Vergleich zur Saison 2018/19 um ca. 2,6 Prozent auf 26,48 Millionen.

Dies machte sich auch in Bezug auf die Arbeitsbelastung der Polizeibehörden der Länder und des Bundes zur unmittelbaren Einsatzbewältigung bemerkbar. Diese lag anlässlich von Fußballspielen im Berichtszeitraum bei 2.418.193 Stunden. Hierbei handelt es sich um eine Steigerung von 9,7% bei nahezu gleicher Anzahl von Spielbegegnungen.

In den Anhängerschaften der insgesamt 54 Vereine der ersten drei Ligen ist nach Angaben der Polizeibehörden die Anzahl der Personen, die zur Gewalt neigen oder diese sogar aktiv suchen, um 234 auf 13.608 Personen leicht gestiegen.

In der Postcoronaphase wurden insgesamt 1.176 Menschen und damit 49 Personen mehr verletzt, darunter 220 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte. Die Polizeibehörden leiteten in der vergangenen Saison 6.549 Strafverfahren zu Delikten wie Körperverletzung, Widerstand, Landfriedensbruch oder Sachbeschädigung ein und führten mehr als 8.100 freiheitsentziehende/-beschränkende Maßnahmen durch. „Grundsätzlich muss festgestellt werden, dass wir uns in der Saison 2022/23 im Jahr eins nach der Coronapandemie befanden. Das Bedürfnis der Fans, den Fußball wieder ohne Beschränkungen zu genießen, ist groß, wie die gestiegenen Zuschauerzahlen belegen. Ob die in der Saison 2022/23 gestiegenen Zahlen bei Verletzten und Strafverfahren auch zukünftig Bestand haben werden, bleibt abzuwarten“, so Polizeidirektor Strudthoff, Leiter der ZIS.

 

Deutlicher Rückgang der Stadionverbote

Nach Angaben des DFB waren mit Stand August 2023 in den ersten drei Ligen 340 Stadionverbote in Kraft. Dies entspricht nach Rückkehr zum Normalbetrieb nach der Coronapandemie einem Rückgang von rund 75 Prozent. „Ein Trend, der sich jedoch bereits in der Zeit vor der Coronapandemie angekündigt hatte, in der die Zahlen in diesem Bereich bereits rückläufig waren“, so Polizeidirektor Strudthoff. „Die Coronazeit mit vielen Geisterspielen hat verstärkend dazu beizutragen, da die Störer in den Stadien ihre Verstöße gar nicht erst begehen konnten und damit die rechtlichen Voraussetzungen nicht vorlagen. Nun jedoch strömen die Fans und damit auch die gewaltbereiten Anhänger wieder in die Stadien und die Vereine und Verbände sind bei der aktuell steigenden Anzahl von Straftaten und Verstößen dazu aufgefordert, diese identifizierten Krawallmacher konsequent auszuschließen“, stellt der Leiter der ZIS fest

 

Mehr Missbrauch von Pyrotechnik

Wurden in der Saison 2018/19 noch 242 ordnungswidrige Verstöße im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Pyrotechnik festgestellt, waren es in der zurückliegenden Saison 2.575 Verstöße nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz. Auch die festgestellten Straftaten in diesem Bereich sind um ca. zehn Prozent auf 733 Verstöße gestiegen. Der Missbrauch von Pyrotechnik hat sich damit insgesamt im Vergleich zur Saison 2018/19, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten zusammen betrachtet, mit über 3.000 Verfahren deutlich erhöht. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese Explosivstoffe, die mit über 1.000 Grad enorm heiß werden, Knalltraumata verursachen und giftige Dämpfe freisetzen, mehr Verletzte fordern werden. Dem müssen wir mit allen Beteiligten entschieden begegnen“, erklärte Polizeidirektor Strudthoff.

Weitere Informationen und Zahlenmaterial entnehmen Sie bitte dem aktuellen Jahresbericht. Eine Übersicht finden Sie rechts auf dieser Seite

 

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